Er ist’s!

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Die Gärtnerin hat den Garten im Oktober 1989 übernommen und war – jahreszeitlich bedingt – zunächst damit beschäftigt, das im Garten befindliche Wohnhaus einzurichten. Außerdem war sie gärtnerisch völlig unerfahren und hatte „keinen Plan“. Im Nachhinein war es gut, dass es diesen Masterplan „Gartengestaltung“ nicht gab.

Vielleicht wäre ihm das spektakuläre Blausternchen-Meer unterm Kirschbaum zum Opfer gefallen, weil sich das später errichtete Sandkastenhäuschen für die kleine Gärtnerinnentochter ebenfalls sehr romantisch unter dem Kirschbaum ausgenommen hätte?

Nachdem die Gärtnerin die blaue Woge im Garten entdeckt hat, wurde sie jedes Frühjahr zum Naturschutzgebiet „Betreten verboten“ erklärt, weil dort Hunderte von Blausternchen (Scilla siberica) ihr blaues Band durch die Lüfte flattern lassen.

Wahrscheinlich hat Eduard Mörike in seinem Gedicht nur deswegen auf Veilchen verwiesen, weil Blausternchen eine Silbe zuviel haben? Denn in Wirklichkeit verfügen nur die Blausternchen über das einzig wahre Frühlingsblau!

Blausternchen

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

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